Warum Testmanagement wichtig ist

Definition

Zunächst eine Begriffsklärung: unter Testmanagement versteht man i.A. das systematische und effiziente Planen und Steuern sämtlicher Testaktivitäten, um die Qualität eines Systems zu erhöhen bzw. sicherzustellen sowie die bestehenden Risiken beurteilen und minimieren zu können. Auf diese Weise soll das Kosten-Nutzen-Verhältnis eines Unternehmens optimiert werden (vgl. hierzu auch http://www.qytera.de/testing-solutions/testmanagement)

Das ist zugegeben noch relativ abstrakt.

Vermeidbare Produktionsfehler

Wenn man aber berücksichtigt, dass lt. einer Studie der Steria Mummert Consulting rund 50 % der in produktiven Umgebungen gefundenen Fehler auf mangelnde Tests zurückgehen, dann lohnt es sich, das Thema etwas näher zu beleuchten.

Dabei sollte man stets im Blick haben, dass das Finden aller Softwarefehler nicht möglich ist, da dies eine 100%ige Testabdeckung, also das Nachstellen aller möglichen Fehlerkonstellationen bedeuten würde. Dies ist sowohl aus Zeit-, Ressourcen- als auch finanziellen Gründen nicht sinnvoll. Eine 80%ige Testabdeckung hingegen sollte nach dem Pareto-Optimum-Prinzip mit vertretbarem Aufwand darzustellen sein.

Aber zurück zum eigentlichen Thema dieses Threads: Testen ist kein Selbstzweck, sondern sollte dazu dienen, (teure) Produktionsfehler frühzeitig zu entdecken und durch ein paralleles Defect-Management, bei dem die gefundenen Fehler rechtzeitig vor Produktivnahme beseitigt werden. Im Anschluss an jede Fehlerkorrektur ist natürlich ein entsprechender Retest  des Fehlers notwendig.

Fehler, Fehlerzustand und Fehlerwirkung

Damit der Beitrag auch ISTQB-konform ist sollte ich noch den Unterschied zwischen Fehler, Fehlerzustand und Fehlerwirkung erläutern. Sichtbar für den Anwender ist nur die Fehlerwirkung. Ein Fehlerzustand, also im normalen Sprachgebrauch ein Fehler, führt zu einer Fehlerwirklung. Beseitigt man den Fehlerzustand wird auch die Fehlerwirkung beseitigt.

Das Testmanagement plant und steuert alle Aktivitäten während der verschiedenen Phasen eines Tests, von der Testplanung und -vorbereitung über die Testspezifikation hin zur Testdurchführung, Testauswertung und Testabschluss.

Fehlt das Testmanagement in einer dieser Phasen dann führt dies nach meinen Erfahrungen sehr oft zu Problemen in der Produktion. Beispielsweise dann, wenn das Testmanagement erst nach Abschluss der Entwicklungsaktivitäten aufgesetzt wird oder der Test vor Abschluss eines Projekts beendet wird um Kosten zu sparen.

Dies kann dann Produktion nicht nur zu Schwierigkeiten beim Bedienen der Anwendung führen sondern z.B. zu Verlusten wg. fehlerhfaten Rechenergebnissen, Reputationsschäden in der Kunden- und Lieferantenbeziehung, zu Produktionsstillständen oder Verstößen gegen geltende Gesetze führen. Das Incidentmanagement kann diese Fehler dann zwar beseitigen (helfen), in der Regel ist dies aber zeit- und kostenaufwändiger als die Beseitigung von Fehlern im Rahmen eines geordneten Test- und Defectmanagements.

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About the author : Michael DuMont

Geburtsjahr: 1966 Geburtsort: Bingen/Rhein Ausbildung: Bankkaufmann Studium: Betriebswirtschaftslehre (Universität Trier) Weiterbildung: Organisationsberater mit Schwerpunkt SAP R/3

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